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12.06.2002

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Telekom muss Konkurrenten ISDN-Flatrate anbieten

Telekom muss Konkurrenten ISDN-Flatrate anbieten
Der Weg für eine Belebung der deutschen Internetwirtschaft wird zunehmend freier: Die Deutsche Telekom muss den alternativen Carriern eine Vorleistungs-Flatrate anbieten.

Diese aktuelle Entscheidung hat die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) getroffen und folgt damit einem Antrag der mediaWays GmbH. Die Entgelte für die Nutzung werden in einem nachfolgenden Verfahren festgelegt. Ausschlaggebend wird jedoch die Entgelthöhe sein, die in einem gesonderten Verfahren festgelegt wird.

Die Vorleistungs-Flatrate im Carriermarkt ist Voraussetzung dafür, dass zum Beispiel die Onlinedienste ihren Endkunden die Nutzung des Internets zu einem monatlichen Pauschaltarif anbieten können. "Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines chancengleichen Wettbewerbs für alle Anbieter im Carrier-Markt. Davon profitieren die Unternehmen der Internetbranche, die Endkunden und die gesamte Konjunktur in Deutschland. Allerdings gilt es jetzt noch die Details der Entscheidung zu überprüfen", kommentiert Steffen Müller, Director Strategic Projects bei mediaWays.

Bisher waren nur die Telekom und ihre Töchter in der Lage, über die unterste Netzebene flächendeckend Internet-Verkehr zu einem Pauschaltarif rentabel einzukaufen. Nach erfolglosen Verhandlungen mit der Deutschen Telekom hatte der Gütersloher Netzbetreiber im April dieses Jahres bei der RegTP einen Antrag auf Nutzung der "Letzten Meile" des Telekom-Netzes auf Basis eines kapazitätsbasierten Entgeltes gestellt. Um eine flächendeckende Erreichbarkeit aller bundesdeutschen Haushalte zu ermöglichen, wurde der Zugang für einen Flattarif auf der derzeit für alle Zusammenschaltungsleistungen gültigen Ebene von 475 Orten gefordert.

"Neue attraktive Preismodelle für die kostengünstige und zeitlich unbeschränkte Internetnutzung per Modem oder ISDN werden neben breitbandigen Angeboten zum endgültigen Durchbruch des Internets als Massenmedium führen", ist sich Steffen Müller sicher. Voraussetzung sei aber eine zeitnahe Entscheidung über die Preisgestaltung.

Denn die Entscheidung zugunsten des mediaWays-Antrags ist nur eine erste Zwischenstation auf dem Weg zu einem fairen Wettbewerb. Ausschlaggebend ist die Höhe des Pauschaltarifes, den die konkurrierenden Netzanbieter an die Deutsche Telekom zu zahlen haben. Dieser wird in einem gesonderten Verfahren festgelegt.

"Die Regulierungsbehörde hat mit dieser Entscheidung das richtige Signal gesetzt. Im europäischen Vergleich zeigen sich erste Erfolge einer Großhandelsflatrate.", so mediaways. In Großbritannien werden bereits seit November 2000 private Flatrates auf Basis einer Großhandelspauschale angeboten, die die British Telecom ihren Wettbewerbern zur Verfügung stellt. Seit der Einführung hat sich die Internetnutzung in Großbritannien um rund 50 Prozent erhöht. Dem erfolgreichen britischen Beispiel folgen bereits mehrere andere Länder wie Spanien, Holland und Frankreich.

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