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06.06.2006

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Umfrage: Handy-TV wird erst nach der WM interessant

Umfrage: Handy-TV wird erst nach der WM interessant
Während die Attraktivität von Handy-TV gerade in den letzten drei Monaten deutlich gestiegen ist, gibt es zwei gewichtige Gründe, die eine rasche Marktdurchdringung noch verhindern: Zum einen sind wesentliche technische Voraussetzungen bisher nur teilweise erfüllt.

Zum anderen fehlt selbst bei den sehr interessierten potenziellen Kunden noch die Bereitschaft, sich gezielt für das mobile Fernsehen ein entsprechendes neues Handy anzuschaffen. Dies ergab eine repräsentative Befragung von 1.000 Privatpersonen in Deutschland durch TNS Infratest im Mai 2006.

Mit 61 Prozent ist das Wissen über die heutigen Nutzungsmöglichkeiten von Handy-TV unter den Mobilfunknutzern seit Februar auf unverändert niedrigem Niveau geblieben. Diese Tatsache impliziert aber auch gleichzeitig Vermarktungspotential. Erfreulicher dagegen ist, dass das Interesse der Mobilfunknutzer an Handy-TV im gleichen Zeitraum von zehn auf 15 Prozent deutlich gestiegen ist. Ein ebenfalls positives Signal ist die weiterhin relativ hohe Zahlungsbereitschaft: Nutzungsinteressierte würden für eine kombinierte TV- und Internet-Flatrate zwischen 20 bis 25 Euro im Monat bezahlen.

Mit 26 Prozent zeigt die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen das größte Interesse an Handy-TV. Unter den befragten Schülern macht mobiles Fernsehen sogar fast jeden Zweiten neugierig (47 Prozent). Interessant ist auch, dass Schüler zwischen den gewünschten TV-Inhalten scheinbar weniger stark differenzieren als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Nachrichten führen mit 47 Prozent die Wunschliste möglicher mobiler TV-Inhalte an, und sind vor allem bei den höher gebildeten Mobilfunknutzern der Favorit (mit Abitur oder Universitätsabschluss). An zweiter Stelle wünschen sich die Deutschen mit 31 Prozent Sport-Übertragungen, wobei hier der Anteil der männlichen Interessenten erwartungsgemäß deutlich überwiegt. Nachrichten und Sport werden gefolgt von Filmen (15 Prozent), Dokumentationen/ Bildungsprogrammen (zehn Prozent) und Musikinhalten (neun Prozent). Die entsprechende Spanne für diese Top Five Inhalte reicht bei Schülern hingegen nur von 28 Prozent bis elf Prozent.

"Vor allem Schüler sind dem mobilen Fernsehen gegenüber sehr aufgeschlossen", sagt Stephan Lauer, Geschäftsführer von TNS Infratest. "Die geringere Differenzierung zwischen spezifischen Inhalten deutet darauf hin, dass hier Mobile TV an sich im Vordergrund steht. Dies möglicherweise auch aus Imagegründen oder Spieltrieb."

Um dieses Potenzial ausschöpfen zu können, müssen zunächst die technischen Voraussetzungen erfüllt werden, was derzeit nur bedingt der Fall ist. Die wichtigsten Punkte sind die Bereitstellung einer landesweiten (nicht nur in den WM-Städten) und standardisierten Infrastruktur. Letzteres setzt jedoch die noch ausstehende Einigung auf einen Übertragungsstandard (DMB oder DVB-H) voraus. Außerdem ist die Verfügbarkeit geeigneter Endgeräte am Markt noch nicht ausreichend.

Bisher stellt Handy-TV allein, sogar im Zusammenhang mit der WM im eigenen Land, für die Befragten allerdings noch keinen Anreiz dar, sich auch außerhalb der üblichen Beschaffungs-/Investitionszyklen ein neues TV-fähiges Handy zu kaufen. Hier dominieren auch weiterhin klar die üblichen Beschaffungszyklen (97 Prozent), d.h. nach Ablauf der üblichen Vertragslaufzeiten (meistens zwei Jahre) oder zu bestimmten Anlässen (wie etwa Weihnachten, Geburtstage, etc.).

"Um diese Investitionszyklen und das große Interesse der Schüler an dem Thema für das Geschäft mit TV-fähigen Mobiltelefonen nutzen zu können, sollte für die Vermarktung von Diensten und Geräten besonders das Weihnachtsgeschäft angestrebt werden." Außerdem rät Stephan Lauer: "Das Ganze muss einfach sein und die Anbieter müssen ein interessantes Bündel schnüren. Hierbei sind zielgruppenspezifische Inhalte und einfache Tarifmodelle ebenso wichtig wie ein gezieltes Marketing."

 

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